Alte Schätze retten mit der neuen KI-Entrauschung
Hohe ISO Werte und entsprechendes Bildrauschen sind für mich fotografischer Alltag, denn ich arbeite draußen ausschließlich mit vorhandenem Licht (also ohne Blitz). Drinnen verwende ich wenn möglich das Fenster- oder Raumlicht.
Abendliche Szenen beleuchte ich wie ein Filmset mit Scheinwerfern und Practicals, und achte darauf, dass das Licht dezent und so natürlich wie möglich wirkt. Daher komme ich um die hohen ISO-Werte nicht herum, vor allem deshalb, weil ich gerne mit Blende 4 oder 5,6 arbeite, damit mir der Hintergrund nicht in einem undefinierbaren Pixelbrei verschwimmt.
Mit den heutigen Kamerasensoren sind hohe ISO Werte nicht mehr so das Problem, aber zu den Girls-Mag-Anfängen ab 2007 schon. Selbst 500 ISO brachten schon sichtbares Rauschen. Und da ich generell etwas unterbelichte, um für die Nachbearbeitung in den Lichtern Reserven zu haben, war Bildrauschen ein ständiges nerviges Thema. Denn mit den kompromissbehafteten Rauschfiltern, wie wir sie bis 2023 zur Verfügung hatten, musste man sich immer in einem Dilemma zwischen „Rauschen entfernen“ und „Details erhalten“ bewegen. Das ist heute mit den neuen KI-gestützten Filtern gottseidank vorbei. Und es gibt mir die Möglichkeit, aus den alten Schätzen endlich das beste an Bildqualität herauszuholen, also das Rauschen komplett zu entfernen, ohne Details zu verlieren.
Oben als Titelbild siehst du so ein Beispiel aus meinem „Birthday“-Shooting mit Mieze 2007, damals der Start von Girls-Mag. Kamera Nikon D200, Blende 5.6, ISO 1000. Aktuell KI-entrauscht in Lightroom.
Hier zwei Ausschnittsvergrößerungen, jeweils vor und nach der KI-Bearbeitung
Besonders in den Haaren wird die Power des KI-Rauschfilters deutlich. Dieses neue Modul in Lightroom ist für mich definitiv ein Gamechanger. Ich kann euch jetzt endlich diese alten Schätze in der Brillianz und Detailreiche präsentieren, die sie verdient haben. Daher liegt natürlich auch recht viel neue Arbeit vor mir, aber ich freue mich drauf. Und ich bin heilfroh, dass ich immer die RAWs mitgespeichert hatte, obwohl ich damals nur mit den JPGs arbeitete.




